Politik

Greift Teheran Touristen-Ort an?Iranische Behörde meldet US-Angriff auf geplantes AKW

19.07.2026, 16:40 Uhr
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Das am Roten Meer gelegene Akaba im Süden Jordaniens. (Foto: picture alliance / NurPhoto)

Die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt. Während Israel einen iranischen Angriff auf die jordanische Küstenstadt Akaba festgestellt haben will, moniert die iranische Atomenergieorganisation einen "aggressiven und brutalen Akt" seitens der USA auf einen AKW-Standort.

Die USA haben nach iranischen Angaben ein im Bau befindliches Atomkraftwerk im Südwesten des Iran angegriffen. Die iranische Atomenergieorganisation erklärte, die Anlage Darchowin sei von US-Streitkräften mit mehreren Geschossen attackiert worden.

Die Organisation verurteilte den Angriff in einer vom staatlichen Fernsehen verbreiteten Erklärung als "aggressiven und brutalen Akt", der gegen internationales Recht verstoße. Angaben zu möglichen Schäden, Verletzten oder einer etwaigen Freisetzung radioaktiver Stoffe machte sie bislang nicht.

Der Iran hatte den Beginn der Bauarbeiten am Standort Darchowein an der Grenze zum Irak Ende 2022 verkündet. Der Druckwasserreaktor in der Provinz Chusestan sollte eine Leistung von 300 Megawatt haben. Angekündigt wurde der Bau nahe des großen Flusses Karun bereits vor mehr als 15 Jahren - und schon Jahrzehnt davor hatte es Planungen mit verschiedenen internationalen Partnern gegeben, an dem Standort ein AKW zu errichten - diese scheiterten. Das Kernkraftwerk sollte nun nach letztem Stand um 2030 fertiggestellt werden.

Kuwait meldet Angriff

Eine Stellungnahme der USA liegt bislang nicht vor. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) prüft nach eigenen Angaben Berichte über einen nächtlichen Angriff auf die Baustelle in Darchowin. Die Anlage befinde sich in einer sehr frühen Bauphase und in ihr habe sich bei der letzten Inspektion kein nukleares Material befunden, teilte die IAEA mit.

Der von Teheran gemeldete Angriff erfolgte inmitten der seit Tagen wieder eskalierenden gegenseitigen Attacken zwischen den USA und dem Iran. Zuletzt hatte dann Tod zweier US-Soldaten bei iranischen Angriffen am Wochenende noch zu einer weiteren Eskalation des Krieges geführt.

In Kuwait hat indes ein neuer iranischer Angriff auf eine Strom- und Wasseraufbereitungsanlage ein Feuer ausgelöst. Die Anlage sei "infolge der abscheulichen iranischen Aggression zum zweiten Mal binnen zwei Tagen angegriffen" worden, erklärte Kuwaits Ministerium für Strom, Wasser und erneuerbare Energien via X. Die Feuerwehr sei dabei, das Feuer zu löschen.

Den Behörden zufolge war "eine große Anzahl" von Stromgeneratoren betroffen. Demnach musste ein Notfallplan aktiviert werden. Überdies sei am Samstag eine Ölanlage getroffen worden. Die Führung des Golfstaats forderte die Einwohner auf, ihren Stromverbrauch einzuschränken.

Raketenbeschuss auf Akaba?

Der Iran hat nach Informationen der israelischen Armee zudem Jordaniens Küstenstadt Akaba am Roten Meer angegriffen. Die israelische Armee habe Raketenbeschuss aus dem Iran auf die Stadt beobachtet, die nur wenige Kilometer von der Grenze zu Israel entfernt liegt, teilte die Armee mit. Es sei möglich, dass Auswirkungen des Angriffs auch auf israelischem Gebiet bemerkbar würden. In mehreren Teilen Jordaniens ertönten Warnsirenen, wie der regierungsnahe Fernsehsender Al-Mamlaka berichtete.

Der Flughafen und Hafen in Akaba wurde nach US-Angaben evakuiert. Das teilte die US-Botschaft mit und bezog sich dabei auf eine laufende Evakuierung durch die jordanischen Behörden. Grund sei eine "spezifische und glaubwürdige Bedrohung". Von Reisen über den internationalen Flughafen oder den Hafen werde abgeraten.

Jordaniens Kommunikationsminister Mohammed al-Mumani teilte dagegen mit, die Behörden hätten keine Anordnung zur Evakuierung gegeben - weder am Flughafen von Akaba noch am Hafen. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Petra. Der Betrieb an Hafen und Flughafen laufe normal. Auch der TV-Sender Al-Mamlaka berichtete von normalem Betrieb am Hafen.

Wie später vermeldet wurde, haben die jordanischen Streitkräfte staatlichen Angaben zufolge drei iranische Raketen abgefangen, die auf das Königreich abgefeuert worden seien. Eine vierte Rakete sei in einem abgelegenen Gebiet niedergegangen, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Jordaniens. Es gebe weder Opfer noch Sachschäden, so ein Militärvertreter.

Akaba liegt an einem kurzen Küstenabschnitt Jordaniens am Roten Meer nahe der Grenzen zu Israel im Westen und Saudi-Arabien im Süden. Die einzige Küstenstadt des Königreichs sichert ihm den direkten Zugang zu Seewegen. Die Stadt ist aber auch bei Strandurlaubern und Tauchern beliebt und als Ausgangspunkte für touristische Besuche in der Wüste Wadi Rum und in der antiken Felsenstadt Petra.

Quelle: ntv.de, mpe/dpa/AFP/rts

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